Freitag, 16. Dezember 2016

„Happy Birthday“ – oh verdammt, ich muss ja dann zu der Geburtstagsparty…



Und da haben wir den Salat..wobei Salat…schön wäre es…näääää da wagt sich der Gastgeber doch einfach Kuchen, Schnittchen, Büffchen, Würstchen oooooder gar Chips oder Schoki auf den Tisch zu stellen. Oh neeeeein und jetzt muss ich auch noch anstoßen, mit Sekt.
Kennt ihr diese Gedanken? Ja? Ich auch… Aber nur noch aus meiner Vergangenheit.


Heute hat meine Mama Geburtstag, sie lädt zum Kaffee ein. Mit Kuchen…Oh mein Gott, sie hat „Kuchen“ gesagt. Und wisst ihr was, es gibt Lebkuchen, Stolle und einen Mandarine-Quarkkuchen.
Ich freu mich auf ein Stück des Kuchens. Stolle mag ich nicht. TEAMANTIROSINE oder wie meine Oma sagen würde: „ÄÄÄkse, diese kleinen Scheißerchen haben aber auch rein gar nichts in meinem Essen zu suchen.“ Recht hat Sie.
Früher habe ich Feierlichkeiten gemieden. Denn da kam man ja in Versuchung, das „Böse“ zu essen. Denn wie ihr wissen müsst, von einem Stück wird man nämlich fett. Man platzt sofort aus der Hose. *Ironie Ende*


Nein jetzt mal im Ernst. Es war die Hölle für mich. Ich hatte das Gefühl beobachtet zu werden, ob ich auch wirklich esse und wieviel ich esse. Dann kamen teilweise Kommentare wie: Na aber jetzt nicht kotzen wa?...Ehrlich, ich habe mir vielleicht viel verboten aber Bulimie hatte ich nie. Und ich fand das so gemein, als dieser Verdacht aufkam. „Wieso?“ habe ich mich gefragt. Im Nachhinein vollkommen klar. Ich hatte innerhalb von 12 Monaten 23 kg verloren, sah aus wie ein Häftling aus tiefsten Kriegszeiten und hatte wahrscheinlich ziiiemlich verängstigt geguckt. Ja, ich hatte Angst vor dem Kuchen.
Ich habe mir mit dieser Einstellung mindestens 24 Monate versaut. Aber tüchtig.
Irgendwann kam dann das Umdenken. Genau da, als mein Papa zu mir gesagt hat: „Kind, du siehst krank aus, du bist so ernst geworden.“ In diesem Moment stand er da, in der Hand ein Topf mit Vanillepudding für den Apfelkuchen, Tränen in den Augen und hat mir einen riesen Holzlöffel gereicht (weil er wusste dass ich warmen Pudding liebe). Ich wollte „nein, danke“ sagen. Ich konnte nicht, er sah mich an, mit seinen großen blauen Augen, die vor Angst förmlich schrien: „Iss Kind!“.. Ich habe den Löffel genommen und mir einen davon in den Mund gesteckt. Es war so gut, so perfekt und so lange her als ich genau das gemacht hatte. Mein Papa hat mich in den Arm genommen und gesagt: „Kind, du kannst 15 Töpfe voll essen, dick sein, Glatze haben und trotzdem wärst du wunderschön für mich, denn wenn du lächelst geht die Sonne auf für mich. Nur wenn du irgendwann nicht mehr lächelst, weil du deinen dusslige Art verloren hast, nur noch am Rechnen und denken bist, bist du hässlich. Da kann eine Diät  und dein Sport dir auch nicht helfen…“ Und wisst ihr was, er hat Recht. Väter haben immer Recht. Das Schlimme war egtl, dass er stolz darauf war, dass ich das gegessen hatte. Genauso stolz, wie als ich damals mein Abiturzeugnis in den Händen hielt  oder meinen Führerschein geschafft hatte. Und das hat mich traurig gemacht, noch mehr als sonst. Denn Essen sollte doch normal sein. Oder?
Das war der Punkt an dem ich angefangen hatte, alles langsam zu ändern. Ich wollte, dass er sich keinen Kopf mehr machen muss. Denn alles was ich in meinem Leben will, ist meine Familie glücklich und gesund zu sehen. Mehr nicht.
Wie ihr seht, war ich auch an dem Punkt in dem ich einfach am Ende war. Aber ich habe den Weg raus gefunden. Er ist steinig, manchmal auch ziemlich dunkel aber er ist es wert für ein glückliches Leben. Denn denkt immer daran: Ihr lebt nur einmal. Ihr habt nur einmal die Chance, euer Leben perfekt zu machen. Eine 2. Chance gibt es nicht. Zurückspulen auch nicht.
Ich muss mir das auch täglich noch sagen, aber ich mach es. Zumal ich dank einiger Menschen in meinem Umfeld eh nicht die Möglichkeit habe, mir nur überhaupt eine Kleinigkeit zu verbieten.

Falls sich nur 1-2 Leute angesprochen fühlen:
Das HIER ist ein Zeichen. Werdet glücklich. Seid zufrieden. Genießt das Leben.
Eure Silvi.

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